JUHRlectric – Der E-Auto-Blog

Folge 1: Zeitenwende – ab jetzt emissionsfrei


Warum Elektroauto? Aus verschiedenen Gründen. Ich bin überzeugt, dass E-Mobilität der Umwelt mehr nutzt als schadet, wenngleich (noch) der Aufwand für die Batterieproduktion recht hoch ist. Ich liebe das geräuschlose Fahren. Und: Wer einmal in 3 Sekunden in einem Tesla von null auf 80 geschossen ist oder in 5 Sekunden in einem BMWi3, der weiß wie ich, wie viel Spaß dieses Fahren einfach macht. Und: Für uns, ganz persönlich, rechnet es sich sogar. Aber dazu später mehr.  

 

Ist klar. Und warum jetzt?

Und warum nicht? Oder mal anders gefragt: Gäbe es heute noch iPhones, wenn vor zehn Jahren nicht viele Menschen für viel Geld die ersten gekauft hätten? Gäbe es riesige Flatscreen-Fernseher für unter 500 Euro, wenn nicht vor einigen Jahren die ersten Kunden das Dreifache dafür ausgegeben hätten, einfach weil sie so ein Teil wollten? Ich kann nicht Fortschritt wollen, aber mit dem Finger immer auf andere zeigen und sagen: „So, macht ihr mal, und wenn das dann alles so richtig ausgereift und billig ist, dann kaufe ich das auch.“  

 

Aber was brauche ich eigentlich?

Das ist die Gretchenfrage. Und deswegen kann niemand ein pauschales Urteil über E-Mobilität fällen. Es ist eine höchst individuelle Angelegenheit. Und eine sensible, denn sie konfrontiert uns mit einer Frage, die wir eigentlich gerne wegschieben. Der Frage, was wir brauchen. Denn mal ehrlich: Handeln wir nicht immer öfter nach dem Wollen-Prinzip? Ich will Netflix und Prime und Kindle-Unlimited und Amazon-Music. Kriege ich für wenig Geld. Und damit eine Medienvielfalt, die ich bis an mein Lebensende nicht nutzen werde. Woher die Zeit dafür nehmen? Ich kann auch für wenig Geld Klamotten kaufen, von Köln nach München fliegen und so weiter. Viele Menschen können sich vieles leisten und machen das auch, einfach, weil sie es wollen.  

 

Die Reichweite eines E-Auto-Akkus hat mit Wollen nichts zu tun. Sondern mit brauchen. Brauche ich einen Akku, der 350 Kilometer mit nur einer Ladung schafft? Wenn das mehrfach wöchentlich der Fall ist, macht zum jetzigen Zeitpunkt ein reines E-Auto als einziges Fahrzeug für Beruf und Familie vielleicht noch keinen Sinn.  

 

Für uns macht es Sinn. 

 

Denn wir fahren in der Regel nicht mehr als maximal 150 Kilometer am Tag und das auch nur alle paar Wochen (wie im Übrigen der Durchschnittsdeutsche pro Tag nicht mehr als 80 Kilometer fährt und sein Auto ansonsten 90 Prozent des Tages irgendwo abstellt).  

 

Aber natürlich habe auch ich erst mal vor allem nach Reichweite geschielt. Bin auch verschiedene Autos gefahren. Wie das so war und warum es am Ende ausgerechnet ein koreanisches Auto mit vergleichsweise kleiner Batterie geworden ist ... erfahrt ihr bald in diesem Blog.